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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Heumulchverfahren

Definition

Bei dem Heumulchverfahren wird Heu, das von besonderen Spenderflächen stammt, in Form einer Mulchdecke auf Empfängerflächen aufgetragen. Ziel ist die Begrünung mit autochthonen -, standortheimischen Arten oder deren Ökotypen.

Kleinparzellenversuch zum Heumulchverfahren mit Auftrag von zu verschiedenen phänologischen Entwicklungsstadien gewonnen Material, Versuchswesen Abt. 4: Grünlandwirtschaft und Futterbau, Agrarökologie, LÖLF (© Foto A. Neitzke)

Durchführung

Der Aufwuchs der Spenderflächen wird geschnitten und die Heuwerbung in klassischer Weise durchgeführt. Die Beerntung sollte nach den klassischen Heuterminen liegen und kann sich an der Samenreife von Zielarten ausrichten (s. Mahdgutübertragung). Auf eine schonende Behandlung des Materials ist zu achten. Optimal ist ein Lagerraum mit der Möglichkeit zur Nachtrocknung. Rundballen haben den Vorteil, dass auf den Transportwegen und der Lagerung weniger Samen ausfallen und auch die Aufbringung der Mulchschicht sich im Vergleich zu Großballen leichter durchführen lässt. Generell können aber die vor Ort verfügbaren Geräte eingesetzt werden. Der Verlust an Samen ist höher als bei der Verwendung von Frischmulch. Für besonders hochwertige Bestände, von denen meist auch nur kleine Flächen vorhanden sind, kann die Trocknung des Schnittgutes auf großen Siloplanen erfolgen, die auch der Abdeckung bei Regenschauern dienen. Die während der Trocknung ausgefallenen Samen werden im Anschluss an die Abpackung der Heus zusammengefegt und am besten in Pappsäcke gefüllt. Der Lagerungsort ist trocken und kühl zu wählen. Das Heu sollte nicht länger als 2 bis 3 Jahre lagern, da die Keimfähigkeit nachlässt.

Vor dem Aufbringen des Materials ist ein feinkrümeliges Saatbett zu bereiten (siehe Ansaat). Das aufgebrachte Material wird zweckmäßigerweise mit einem Heuwender über die Fläche verteilt. Die Mulchschicht kann zwischen 2 und 10 cm mächtig sein. Das Verhältnis von Spender- und Empfängerflächer liegt bei 1:1 bis 1:3. Danach kommt eine Walze (am besten eine Prismenwalze oder Ähnliches) zum Einsatz, wodurch die Samen an den Boden angedrückt und in geringem Maße in den Boden eingearbeitet werden. Ferner erreicht man so eine Rückverfestigung des Bodens, die für den besseren Anschluss an das Kapillarwasser des Bodens sorgt.

Pflege

Bei Grünlandbeständen ist bei Bedarf ein Schröpfschnitt durchzuführen. Danach kann mit der Beweidung oder der Mahd begonnen werden.

Einsatzmöglichkeiten und Entwicklung

Anlage von Pflanzengesellschaften des Grünlandes. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn die Begrünung nicht zum Zeitpunkt der Beerntung, sondern erst später vorgesehen ist. Auch kann bei nur sehr kleinen Spenderflächen, eine größere Menge Material angesammelt werden. Ferner ist durch Wahl des Aussaatzeitpunkts die Berücksichtigung des Keimverhaltens wichtiger Zielarten möglich.

Bewertung

Die Begrünung erfolgt mit hoher Sicherheit. Der Artenreichtum und die Artenzusammensetzung können nicht sicher vorhergesagt werden. Die in der Praxis gemachten Erfahrungen sind überwiegend positiv. Das Risiko einer misslungenen Ansaat ist nicht höher als bei einer klassischen Einsaat.