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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Sodenschüttung

Definition

Dieses Verfahren steht technisch zwischen der Sodenverpflanzung und dem Bodenübertrag. Zerkleinerte Soden werden auf in der Regel vegetationslose Empfängerflächen "geschüttet", verteilt und angewalzt. Diese Maßnahme ist kostengünstig mit Großgeräten durchführbar. Die Vegetationsentwicklung erfolgt aus dem Diasporenvorrat des Boden sowie der Pflanzen- und Wurzelreste.

Durchführung

Die Vegetationsdecke wird, ohne auf ihren Zusammenhalt zu achten, abgeschoben und verladen. Im Grünland beträgt die Dicke der Schicht, in der die überwiegende Menge der Diasporen liegt, rund 20 cm. In alten Grasnarben können sich die Diasporen sogar in einer Schicht von nur 0 - 5 cm konzentrieren. Die abzuschiebende Bodenschicht braucht daher nicht stärker als 20 cm zu sein (MOLDER 1995).

Das Gemenge von Bodenmaterial, Diasporen, Wurzeln und oberirdischen Pflanzenteilen wird in der Regel mit einer Dicke von 5 bis 10 cm auf die Empfängerfläche aufgebracht und angewalzt. Die Vorbereitung der Empfängerfläche umfasst die Gestaltung des Reliefs, die Schaffung des Saatbett und gegebenenfalls auch die Einstellung des ph-Wertes sowie die Sicherstellung der Nährstoffversorgung.

Pflege

Die Pflege richtet sich nach der zu entwickelnden Pflanzengesellschaft. Für Grünland ist eine entsprechende Nutzung und Pflege notwendig.

Einsatzmöglichkeiten und Eignung

Schwerpunkt dieser Maßnahme ist die Sicherung von Pflanzenbeständen, denen im Rahmen von Baumaßnahmen, Abgrabungen etc. die Vernichtung droht. Dem Einsatz dieses Verfahren sollte ein sorgfältiges Abwägen der verschiedenen Methoden vorangegangen sein. Bei wertvollen Pflanzenbeständen sind weniger destruktive Methoden, teils in Kombination mit anderen Verfahren, sinnvoll.

Da bei dieser Methode auch ein großer Teil des gesamten Bodenlebens mit übertragen wird, bietet es sich als Ergänzungsmaßnahme an, mit der ein größerer Teil der Biodiversität an einem Wuchsort gesichert bzw. vermehrt werden kann.

Bewertung

Die bisher publizierten Ergebnisse geben ein uneinheitliches Bild. Das Verfahren ist nicht uneingeschränkt für jede Pflanzengesellschaft geeignet. Die Artenzusammensetzung und der Artenreichtum sind nicht sicher vorhersagbar. Dies führt dazu, dass sich die entwickelnden Pflanzengesellschaften von den Ausgangsbeständen unterscheiden können. Im Gegensatz zu reinen Ansaatmethoden wird bei diesem Vorgehen auch ein Teil des Edaphon mit übertragen. Für den Erhalt der Biodiversität ein wichtiger Gesichtspunkt.