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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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N-Mischungen: N1, N2, N3, N4, N5, N6, N7

Definition

Die N-Mischungen sollten nur dann eingesetzt werden, wenn die Entwicklung artenreichen Grünlands über Selbstberasung, Mahdgutübertragung und die Aussaat von Lokalem bzw. Regio-Saatgut im jeweiligen Einzelfall nicht möglich ist. Diese Mischungen (Tabelle 2) (FOERSTER 1990) setzen sich nur aus zertifizierten Zuchtsorten zusammen und dienen überwiegend der Anlage von Ammenbeständen. Die Mischungen stützen sich auf Arten, die auch im normalen landwirtschaftlichen Betrieb in größeren Mengen ausgesät werden. Sie bilden die Grundlage von sogenannten Ammenbeständen. Ziel ist es, eine rasche Begrünung zu erhalten, N-Auswaschungen zu verhindern und zügig einen nutzungsfähigen Bestand zu etablieren, über dessen Bewirtschaftung eine rasche Aushagerung erzielt werden kann. Die Entwicklung zu naturschutzwürdigem Grünland erfolgt über eine der geplanten Pflanzengesellschaft angepassten Nutzung. Auf "buntblühende Arten" wurde bewusst verzichtet, da für viele charakteristische Grünlandarten (noch) kein Saatgut in der benötigten Menge vorhanden (war) ist. Über die Einwanderung dieser Arten aus Nachbarbeständen oder das Keimen von Samen aus dem Diasporenvorrat des Bodens sollen sich artenreiche Grünlandgesellschaften entwickeln. Die Mischungen werden überarbeitet, sobald genügend autochthones Saatgut zur Verfügung steht.

Kleinparzellenversuche zur alternativen Begrünungsmethoden der Abt. 4: Forschungsstelle für Grünlandwirtschaft und Futterbau, Agraröklogie, LÖLF (im Vordergrund N4-Mischung, in der Mitte Mahdgutübertragug, im Hintergrund N1-Mischung)

Durchführung

Die Grünlandanlage erfolgt nach den Regeln für landwirtschaftliche Grünlandansaaten. Die Vorbereitung der Flächen darf nur mit mechanischen Verfahren durchgeführt werden (kein "chemischer Umbruch").
Es empfiehlt sich, innerhalb größerer Flächen, die mit N-Mischungen eingesät werden, kleinere Bereiche mit alternativen Verfahren zu begrünen. Die Größe dieser Bereiche richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Mengen an standortheimischen Vermehrungsmaterial (Mahdgut, Heumulch, Wiesen- , Heudrusch, Heublumen, autochthones Saatgut usw.). Die Größe einzelner Teilflächen sollten in der Regel 1 qm nicht unterschreiten und Frässtreifen nicht schmaler als 1 m sein.

Pflege

Die Pflege richtet sich nach der zu entwickelnden Grünlandgesellschaft (siehe Nutzung und Pflege).

Einsatzmöglichkeiten und Eignung

Mit diesen Mischungen können zur Ausmagerung vorgesehene Wuchsorte sicher mit einem landwirtschaftlich verwertbaren Bestand begrünt werden. Die Entwicklung von Extensiv-Grünland ist bei richtiger Nutzung möglich. Da die Entwicklung biotoptypischer artenreicher Bestände jedoch auf die Etablierung aus dem Samenpotential bzw. der unmittelbaren Umgebung angewiesen ist, sollten die Naturschutzmischungen nur genutzt werden, wenn die vorab beschriebenen Methoden nicht in Frage kommen.

Bewertung

Eine sichere Begrünung und Entwicklung eines nach den Auflagen des Vertragnaturschutzes üblichen Grünlandbestandes ist möglich, der sich durch Einwandern oder gezieltes Einbringen von weiteren Grünlandarten zu einer naturschutzwürdigen Pflanzengesellschaft entwickeln kann. Die Ansaatmischungen sind aus Naturschutzsicht nur Notlösungen. Die Zusammensetzung gewährleistet aber bei richtiger Nutzung und Pflege über die gesamte Phase der Aushagerung eine geschlossene, nutzbare Grünlandnarbe. Der Aufwuchs ist ab dem ersten Jahr verwertbar.