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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Ansaat von Grünland

Die Anlage kann vom Frühjahr bis in den Herbst erfolgen. Ansaaten im Frühjahr bergen das Risiko einer verstärkten Verunkrautung und auch der Schäden durch Trockenheit im Sommer. Sie bieten aber aus landwirtschaftlicher Sicht den Vorteil, dass bereits im Jahr der Einsaat erste Nutzungen durchgeführt werden können. Die Herbsteinsaat kommt den Pflanzen entgegen, die eine Frosteinwirkung für den Abbau der Keimsperren benötigen. Ferner kann, wenn die Fläche ab dem Frühjahr zur Verfügung steht, eine mechanische Reduktion des Konkurrenzdrucks der Ackerbeikräuter erfolgen. Auflaufende (Problem-) Pflanzen können abgeschlegelt, abgeggt oder weggestriegelt werden. Der Einsatz von Herbiziden in Verbindung mit der Etablierung von Extensiv-Grünland verbietet sich.
Bei der Bereitung des Saatbettes kann zwischen Standorten für Mager- und Trockenrasen sowie denen von Gold- und Glatthaferwiesen, die deutlich bessere Bodenverhältnisse benötigen, unterschieden werden.

Magerrasen und Trockenrasen

Bei den humusärmeren Standorten der Magerrasen genügt in der Regel der Einsatz einer Fräse oder Scheibenegge mit Kompaktor. Auf den Umbruch kann verzichtet werden. Danach erfolgt eine Nachbereitung, wenn notwendig, mit der Egge, um ein feinkrümeliges Saatbett herzustellen. Bodenuntersuchungen, Kalkung und Grunddüngung sind nicht notwendig. Der Boden muss genügend Zeit haben sich zu setzen.

Für die Anlage von Grünland vorteilhaft ist die Breitsaat. Bei kleinen Flächen kann dies händisch erfolgen, wobei zwei Arbeitgänge in kreuzförmiger Anordnung vorzusehen sind. Größere Flächen können mit dem Düngerstreuer oder geeigneten Sämaschinen eingesät werden. Es empfiehlt sich, die Erfahrungen der Saatgutlieferanten zu beachten. Die Vermengung mit Füllstoffen erleichtert den Einsatz der Maschinen und verhindert das Entmischen der unterschiedlich großen Samen der Gräser und Wildkräuter. Danach wird das Saatgut maximal ein bis zwei Zentimeter mit der Egge eingearbeitet und anschließend angewalzt. Es können auch geeignete Saatkombinationen eingesetzt werden, die in einem Arbeitsgang die Einsaat durchführen. Nach dem Auflaufen wird im Spätherbst eventuell noch ein Schröpfschnitt notwendig, um unerwünschte Problempflanzen zu reduzieren.

Glatt- und Goldhaferwiesen

Bei der Anlage von Gold- oder Glatthaferwiesen kann über Bodenanalysen die Vergleichbarkeit der Standorte überprüft werden. Bei starken Unterschieden ist es sinnvoll, den pH-Wert und die Versorgungsstufe anzugleichen. Der pH-Wert sollte nicht über eine Stufe hinaus verändert werden. 

Bei Flächen mit starkem Druck der verschiedenen Problempflanzen ist eine Reduktionsphase durch Schlegeln oder Eggen bzw. Striegeln vor der Einsaat vorzusehen. Auf den prinzipiell ackerfähigen Standorten kann auch der Pflug eingesetzt werden, um die Samen der Problemkräuter tief unterzupflügen. Dies trägt zu einer Unterdrückung der unerwünschten Beikräuter bei. Danach ist für die Bereitung des feinkrümeligen Saatbetts der Einsatz einer Egge notwendig. Geeignete Saatbettkombinationen reduzieren die Anzahl der notwendigen Arbeitsgänge. In der Folge muss sich der Boden setzen. Dies kann 4 bis 8 Wochen dauern oder mit der Walze herbeigeführt werden. Danach wird, wenn es die Bodenfeuchte zulässt, in Breitsaat ausgesät und das Saatgut flach eingearbeitet. Bei zu trockenem Boden kann eine Drillsaat zweckmäßiger sein. Auf eine geringe Ablagetiefe von 1 bis max 2 cm ist zu achten. Anschließend erfolgt eine Rückverfestigung mit einer Walze. Auch hier können geeignete Gerätekombinationen die Zahl der Arbeitsgänge reduzieren. Nach dem Aufgang der Saat kann im Spätherbst noch ein Schröpfschnitt notwendig werden, mit dem die unerwünschten Problempflanzen reduziert und der Narbenschluss gefördert werden. Bei starkem Befall ist das Material von der Fläche zu räumen.

Schröpfschnitt

Ein Schröpfschnitt wird in der Landwirtschaft in der Regel nach dem Auflaufen der Grünlandansaat durchgeführt, um unliebsame Kräuter in ihrer Entwicklung zu stören und die Bestockung der Gräser anzuregen. Bei der Anlage von artenreichem Grünland ist ein hoher Anteil von Kräutern gewünscht, daher ist ein Schröpfschritt nur sinnvoll, wenn Ackerbeikräuter oder Ruderalarten (Disteln, Melden oder Nachtschatten) massiv auflaufen und den Erfolg der Ansaat gefährden. Dann ist ein Schröpfschnitt bei 10-20 cm Bestandeshöhe durchzuführen. Der Mäher oder Mulcher sollte auf eine Höhe von 7-8 cm eingestellt werden. Bei hohem Materialanfall empfiehlt es sich, das Schnittgut von der Fläche zu entfernen. Je nach Entwicklung der Fläche ist ein mehrmaliger Schröpfschnitt notwendig.