Titel:

Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


Logo:

Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Genehmigung zur Bodenbearbeitung bei der Mahdgutübertragung                                                     auf umweltsensiblem Dauergrünland in FFH-Gebieten

Als „umweltsensibel“ gilt Grünland, das am 01.01.2015 in FFH-Gebieten bestand. Nach den geltenden Bestimmungen des Greening unterliegt umweltsensibles Dauergrünland einem besonderen Schutz. Für diese Flächen gilt zunächst ein vollständiges Umwandlungs- und Umbruchverbot. Das ist fachlich sinnvoll, um artenreiche alte Grünlandbestände in ihrem Bestand zu sichern. Anders als bei sonstigem Grünland außerhalb von FFH Gebieten kann daher ein geplanter Pflegeumbruch nicht einfach bei der Landwirtschaftskammer angezeigt oder beantragt werden.

Gleichzeitig werden im Rahmen von Cross Compliance Grundanforderung an die Betriebsführung (GAB) formuliert. Die Anforderungen an Betriebe, die sich aus der FFH-Richtlinie ergeben, betreffen nötige Erhaltungsmaßnahmen für die in den FFH-Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen und Arten und geeignete rechtliche administrative oder vertragliche Maßnahmen, die von den zuständigen Naturschutzbehörden zu ergreifen und festzulegen sind, um die Erhaltungsziele zu erreichen. Die Richtlinie verlangt geeignete Maßnahmen, um in den Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und Habitate zu vermeiden.

Die Übertragung von artenreichem Mahdgut (z.B. Wiesendrusch) oder die Einsaat mit autochthonem bzw. Regiosaatgut können geeignete Maßnahmen sein, um z.B. LRT 6510 oder 6520 in ihrer Qualität zu verbessern bzw. aus nicht LRT Grünland zu entwickeln. Sollte ein landwirtschaftlicher Betrieb i.d.R. in enger Begleitung durch die Biologische Station eine solche Maßnahme in FFH Gebieten umsetzen wollen, ist im Vorfeld bei der Untere Naturschutzbehörde (UNB) eine Erlaubnis einzuholen. Soweit das geplante Vorhaben mit den naturschutzrechtlichen Erhaltungszielen für das betreffende FFH-Gebiet vereinbar und darüber hinaus sogar zur Erreichung der Ziele der FFH Richtlinie in dem betreffenden Gebiet erforderlich ist, kann die UNB der Durchführung der Maßnahme zustimmen und eine Ausnahme vom Umbruch der Fläche zur notwendigen Bodenvorbereitung erlauben.

Der/ die Bewirtschaftende stellt bei der zuständigen UNB einen formlosen Antrag, in dem das Vorhaben einschließlich der erforderlichen Bodenvorbereitung und die Zielsetzung beschrieben wird. Die UNB prüft das Vorhaben im o.g. Sinne und erteilt die Genehmigung. Damit es bei späteren Kontrollen des landwirtschaftlichen Betriebes keine Probleme gibt, ist es wichtig, dass in der Genehmigung ausdrücklich bestätigt wird, dass die Maßnahme der Erhaltung bzw. Verbesserung der FFH-Lebensraumtypen in dem betreffenden FFH Gebiet dient.
Im zweiten Schritt zeigt der / die Landbewirtschaftende die geplante Maßnahme der Zahlstelle formlos an. Die Genehmigung der UNB ist beizufügen. Da es sich nicht um ein Genehmigungsverfahren seitens der Zahlstelle handelt, sollte die LWK-Kreisstelle gebeten werden, zu bestätigen, dass die Anzeige der geplanten Maßnahme zur Kenntnis genommen wurde. Dies könnte der Bewirtschafter z.B. im Falle einer VOK dann vorweisen.