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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Mahdgutübertragung in Nordrhein-Westfalen


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Zusätzlicher Wertpunkt für die Verwendung von autochthonem Saatgut bei Kompensationsmaßnahmen

In der Numerischen Bewertung von Biotoptypen für die Eingriffsregelung in NRW September 2008 werden im Rahmen der Kompensationsprognose für die Zielbiotoptypen Grünland Prognosewerte vorgegeben (vgl. Kap. 3.2 S. 24 ff). Im Sinne eines Anreizes erhöht sich im Falle der Entwicklung dieser Zielbiotoptypen über eine Einsaat und ggf. Nachsaat mit autochthonen Arten der Prognosewert um einen Wertpunkt.
Grundlage für den zusätzlichen Wertpunkt ist folgende Vorgehensweise, die nachvollziehbar und prüfbar zu dokumentieren ist. 

Vorab ist immer zu prüfen, ob eine Selbstberasung möglich ist. Falls eine Selbstberasung aufgrund der anzunehmenden Diasporenbank auf der Fläche bzw. des Samenangebotes der unmittelbaren Umgebung für die Entwicklung von Grünland nicht zielführend ist, sollte eine Mahdgutübertragung durchgeführt werden. Unter den im Folgenden genannten Bedingungen kann diese Methodik als „Einsaat mit autochthonen Arten“ im oben genannten Sinne anerkannt und damit ein zusätzlicher Wertpunkt berechnet werden:

Für das Land Nordrhein-Westfalen wurden fünf Kompensationsräume, basierend auf den Großlandschaften für die Durchführung von Ersatzmaßnahmen ausgewiesen. Anhand des Spenderflächenkatasters oder nach Absprache mit der für den Raum der Kompensationsmaßnahme zuständigen Landschaftsbehörde oder auch der Biologischen-Station ist zunächst zu prüfen, ob in möglichst geringer räumlicher Entfernung zur Kompensationsmaßnahme im Kompensationsraum eine Spenderfläche vorhanden ist. Erst danach ist der gesamte Kompensationsraum als Suchraum einzubeziehen. Die Spenderfläche muss standörtlich und bezüglich des Arteninventars dem vorgesehenen Zielbiotoptyp vergleichbar sein und ihr Pflanzenbestand darf nicht durch Ein- oder Nachsaaten mit nicht autochthonen Saatgutmischungen beeinträchtigt sein. Bei der Nutzung von Spenderflächen aus dem gleichen Kompensationsraum ist eine grundsätzliche Anerkennung der Aufwertung des Zielbiotoptyps um einen Wertpunkt gegeben.

Darüber hinaus hat das LANUV für Nordrhein-Westfalen aufgrund der natur- und landschaftsräumlichen Gliederung (365 Landschaftsräume für Nordrhein-Westfalen) 25 Räume ausgegliedert, die sogenannten Obereinheiten Kulturlandschaften. Für eine bessere räumliche Repräsentanz und Zuordnung zum Eingriff wird empfohlen, möglichst auf Spenderflächen dieser Räume zurückzugreifen.

Falls weder eine Selbstberasung noch eine Mahdgutübertragung aufgrund fehlender geeigneter Spenderflächen in Frage kommen, kann unter bestimmten Bedingungen auch Regiosaatgut verwendet werden.